Überführungskennzeichen Autobahn

Überführungskennzeichen Hilfe & Erklärung

Die Bezeichnung Überführungskennzeichen ist ein Überbegriff und steht für zwei Kennzeichenarten, die Sie dazu verwenden können, um Fahrzeuge, Anhänger oder Motorräder zu überführen.


Man unterscheidet hier zwischen dem sog. Kurzzeitenkennzeichen, welches für Fahrten innerhalb Deutschlands verwendet wird und zwischen dem Ausfuhrkennzeichen, das für Fahrzeugüberführungen vom oder in das Ausland herangezogen werden kann. Das Ausfuhrkennzeichen bezeichnet man umgangssprachlich auch als Auslandskennzeichen. Beide Kennzeichen haben ähnliche Verfahrensweisen in der Beantragung, sowie gleichgelagerte Pflichten und Vorschriften im rechtlichen Sinne.

Die korrekte Bezeichnung für ein Überführungskennzeichen ist deswegen entweder Kurzzeitkennzeichen oder Ausfuhrkennzeichen. Der Anwendungsbereich ist nicht nur auf Fahrzeugüberführen beschränkt. Sie können diese Kennzeichen auch für Prüfungsfahrten oder Probefahrten verwenden.

Welches Kennzeichen wird für welche Überführung benötigt?

Überführung innerhalb Deutschlands
» Sie benötigen ein Kurzzeitkennzeichen. (Zum Ablauf der Beantragung)

Überführung in ein EU Land
» Sie benötigen ein Kurzzeitkennzeichen mit einer Internationalen Versicherungsbestätigungskarte - auch "grüne Karte" genannt. Ihre Versicherung gibt Ihnen hierzu weitere Informationen. (Mehr zum Beantragen erfahren.)

Überführung in ein Land außerhalb der EU
» Sie benötigen ein Ausfuhrkennzeichen / Auslandskennzeichen.

Überführung / Import nach Deutschland
» Dies ist rechtlich nicht eindeutig geklärt und liegt im Verantwortungsbereich des jeweiligen Landes. Es gibt verschiedene mögliche Varianten. Weiterlesen


Im Folgenden erklären wir Ihnen alle häufigen Fragen im Umgang mit dem Kurzzeitkennzeichen.

Woher bekommt man das Kennzeichen?

In den letzten Jahren konnte man zu jeder Zulassungsstelle in Deutschland gehen. Man musste lediglich die EVB Nummer dabei haben. Der Bundesrat hat dieses Verfahren nun beendet. Mit der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung zum 1.11.2012 muss der Antragsteller nun zur Zulassungsstelle an seinem Heimatort bzw. dort, wo er seinen Wohnsitz hat.

Überführungskennzeichen Anwendung, Erklärung und Geschichtliches

Sie haben sich z. B. ein Auto oder Motorrad gekauft und möchten dieses nun innerhalb Deutschlands abholen. Sie können das Fahrzeug noch nicht zulassen, da Sie noch nicht im Besitz der Papiere, also des Fahrzeugscheins und Fahrzeugbriefs sind. Um das Fahrzeug jetzt trotzdem sicher vom Verkaufsort zum Heimatort zu fahren, sollten Sie als Privatmann das Überführungskennzeichen verwenden. Autohändler und Firmen, welche im Besitz eines roten Kennzeichens sind, müssen nicht zum Kurzzeitkennzeichen greifen. Da diese Firmen in der Regel das Rote Kennzeichen aufgrund des Versicherungsschutzes nicht herausgeben oder ausleihen, haben Sie auch keine andere Wahl. Das Kurzkennzeichen hat das rote Kennzeichen mit der Einführung im Jahre 1998 (01.05) für private Personen abgelöst.

Wie lange ist das Kurzzeitkennzeichen gültig?

Das Überführungskennzeichen ist für 5 Tage gültig. Aus diesem Grund verwenden auch viele Suchenden das Wort "5 Tages Kennzeichen" oder "Tageskennzeichen".

Das Ablaufdatum ist auf der rechten Seite in schwarz mit gelbem Hintergrund aufgedruckt. Auf diese Weise ist für Sie und für die Ordnungsbehörden schnell sichtbar, wie lange das Kurzkennzeichen noch gültig ist oder ob es bereits abgelaufen ist. Fahren Sie unter keinen Umständen mit einem abgelaufenen Kennzeichen. Es besteht dann kein Versicherungsschutz. Bei einer Verkehrskontrolle wird das Fahrzeug ohne Versicherungsschutz stillgelegt. Eine Weiterfahrt wäre somit nicht mehr möglich.

Welche Fahrten sind mit dem Kurzkennzeichen erlaubt?

Erlaubt sind Überführungsfahrten, Probefahrten und Prüfungsfahrten. Alle anderen Fahrten sind untersagt. Der Versicherungsschutz für das Kurzzeitenkennzeichen sowie das Ausfuhrkennzeichen wird in der Regel nur für ein Auto abgedeckt. Verwendungen für mehrere Fahrzeuge sind demnach ebenfalls verboten.

Mehrere Autos mit einem Kennzeichen überführen?

Mit einem Kennzeichen und zugewiesener eVB Nummer dürfen Sie nur ein Auto überführen. Die Versicherung hat Ihnen die eVB Nummer nur für dieses Fahrzeug erteilt. Demnach besteht auch nur für dieses Fahrzeug ein Versicherungsschutz. Wenn Sie damit ein anderes Auto überführen und es kommt zu einem Schaden, wird die Versicherung nicht haften. Auf deutschen Straßen dürfen nur Fahrzeuge mit gültigem Versicherungsschutz bewegt werden. Mehrere Autos oder Motorräder mit einem Kennzeichen zu überführen ist somit nicht erlaubt.

Was kostet das Überführungskennzeichen?

  • Die EVB Nummer / Deckungskarte bei der Versicherung bekommen Sie kostenlos.
  • Die Kosten für die Anmeldung beim Ordnungsamt bzw. bei der Zulassungsstelle liegen bei > ca. 10-12 Euro
  • Die Preise für die Prägung des Kennzeichens schlagen mit > ca. 15-25 Euro zu Buche
  • Die Police der Versicherung kostet > ca. 70 - 90 Euro (diese Kosten bekommen Sie in der Regel erstattet oder angerechnet, wenn Sie das Fahrzeug bei der gleichen Versicherung versichern). Eine eVB Police ist meist an eine Teilkasko-Versicherung gebunden. Sofern Sie eine Vollkasko-Versicherung benötigen, müssen Sie dies explizit mit Ihrer Versicherung absprechen. Ggf. werden hier dann mehr als 90 Euro fällig.

Preis minimal: 95 Euro
Preis maximal: 127 Euro

Abzüglich der Anrechnung oder Rückerstattung durch die Versicherung:

Preis minimal.: 25 Euro
Preis maximal: 37 Euro

Überführungskennzeichen beantragen

Eine Schritt für Schritt Anleitung zur Beantragung Ihres Überführungskennzeichens finden Sie hier: Kurzzeitkennzeichen beantragen.

Was mache ich nach der Überführung mit dem Überführungskennzeichen?

Sobald die 5 Tage abgelaufen sind, gibt es für das Kurzkennzeichen keine Verwendung mehr. Es kann von Ihnen entsorgt werden.

Kann ich ein Fahrzeug ohne TÜV bzw. HU und AU überführen?

Ja, mit einem Kurzzeitkennzeichen können Sie auch ein Fahrzeug oder Motorrad überführen, das keine aktuelle HU oder AU vorweisen kann. Auch die Umweltplaketten für Städte sind nicht nötig. Bitte beachten Sie, dass dies nur für das 5-Tages-Kennzeichen gilt. Aber Achtung: Auch wenn das Auto keine HU oder AU hat, so muss es trotzdem verkehrssicher sein. Kontrollieren Sie deswegen bitte die Reifen, die Lampen sowie die Bremsen und andere sicherheitsrelevante Punkte. Sofern Sie ein Ausfuhrkennzeichen benötigen, muss das Fahrzeug eine gültige TÜV HU AU Bescheinigung vorweisen. Mehr

Die Grüne Karte

Spricht man von der grünen Karte, so ist die internationale Versicherungskarte gemeint. Diese Karte bzw. dieser Schein ist "grün", daher der Name. Die Versicherungskarte ist der Nachweis, dass Ihr Fahrzeug auch im Ausland versichert ist. Im Falle eines Schadens ist diese Karte wichtig. Sie erleichert den Ablauf und gibt allen Parteien die Sicherheit, dass ein Versicherungsschutz besteht.

Nach der Einfühung der sog. Euro-Kennzeichen (blauer Rand auf der rechten Seite), hat diese Karte zwar etwas an Nutzen verloren, trotz allem sollten Sie diese bei sich führen. Auf der grünen Karte selbst ist das Datum der Gültigkeit aufgedruckt, das Kennzeichen und die Automarke. Weiterhin natürlich der Name des Versicherungsnehmers sowie die Länder, in denen diese Karte Gültigkeit besitzt.

Überführung / Einfuhr vom Ausland nach Deutschland

Diese Frage wird oft gestellt und ist selbst von Experten nicht immer eindeutig zu beantworten. Es kommt auf das Einfuhrland und die dortigen gesetzlichen Bestimmungen an. Die Erteilung des 5 Tages Kennzeichens ist ein Verwaltungsakt, welcher auf nationaler Ebene erlassen wird. Dies bedeutet, es ist nur für Fahrten innerhalb Deutschlands gültig. Somit "muss" das Kennzeichen im Ausland auch nicht anerkannt werden. Die Betonung liegt auf "muss nicht". Innerhalb der Europäischen Union gibt es eine sog. Anerkennungspflicht. Diese Pflicht ist allerdings noch nicht bis in alle Behörden vorgedrungen. Neben der Pflicht zur Anerkennung gibt es auch noch Staaten außerhalb der EU, welche diese Kennzeichen tolerieren. Da allerdings ständig neue Staaten hinzukommen, fragen Sie am besten bei Ihrer Versicherung, beim Zulassungsamt oder beim ADAC nach, falls Sie dort Mitglied sind.

Die wichtigste Anlaufstelle muss Ihre Versicherung sein. Sie sollten sich schriftlich bestätigen lassen, dass bei einem Schaden im Ausland Ihre Police greift und ein Versicherungsschutz besteht.

Wir halten fest: die Einfuhr bzw. die Fahrt mit einem Kurzkennzeichen außerhalb der deutschen Grenzen ist nicht eindeutig geklärt. Es kann an der Grenze oder im Falle einer Kontrolle sowie bei einem Schadensfall zu rechtlichen Problemen kommen. Aus diesem Grund empfehlen wir für die Einfuhr nach Deutschland diese drei alternativen Varianten:

1. Sie besorgen sich für die Einfuhr einen Anhänger, auf welchem das Fahrzeug zum Zielort transportiert wird.

2. Sie lassen sich das Fahrzeug vom Verkäufer / Händler bis an die deutsche Grenzen bringen und fahren von dort aus mit dem deutschen Kennzeichen weiter.

3. Sie besorgen sich ein Exportkennzeichen des jeweiligen Landes. Mit diesem fahren Sie bis zur deutschen Grenze und von dort aus fahren Sie mit dem deutschen Kennzeichen weiter.

Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt.